Der Hundeführerschein
des Berufsverbandes der
Hundeerzieher und
Verhaltensberater (BHV e.V.)




Voraussetzungen:

Mindestalter des Hundes: 12 Monate

Der Hund muss
  • gechipt
  • geimpft
  • haftpflichtversichert sein
Benutzt werden dürfen:

Halsband (kein Endloswürger oder Stachelhalsband), Brustgeschirr und Halti,
Leine (keine Flexileinen), Leckerchen, Spielzeug, streicheln und Lob auch
während der Prüfung. Erlaubt sind Sicht- und/oder Hörzeichen, bestimmte
Signale sind nicht gefordert.

Ablauf:

1.Theoretische Prüfung:

Aus insgesamt 171 Fragen werden 40 Fragen geprüft, die alle
Themenbereiche abdecken (Hund und Recht, der Hund in der Öffentlichkeit,
Haltung, Pflege und Gesundheit, Mensch und Hund – eine Beziehungskiste,
Lernverhalten beim Hund, Welpenkauf und Aufzucht, Verhalten,
Kommunikation, Aggression und Angst, Entwicklungsgeschichte des Hundes).
Davon müssen mind. 80 % der möglichen Punktzahl erreicht werden.
Die Fragen werden mit Multiplichoice abgefragt.

2.Praktische Prüfung:

Es gibt drei Teile, der erste Teil in einer ruhigen Umgebung mit relativ wenig
Ablenkung. Der zweite Teil in einer öffentlichen Grünanlage,
Hundeauslaufgebiet o. ä. mit dem Charakter eines Spazierganges.
Im dritten Teil wird der innerstädtische Bereich in einer belebten Umgebung in
Form eines Stadtbummels geprüft.

Teil 1 und 2 jeweils an der Leine und im Freilauf, Teil 3 nur an der Leine.

Gesamtdauer der praktischen Prüfung: ca. 3,5 h
Kosten: Stufe 1 (nur mit Leine) 90 €, Stufe 2 (auch mit Freilauf) 100 €
Buch: Der Hundeführerschein, Ulmer Verlag, Kosten: 9,90 €

Teil 1

Kontrolliertes Aussteigen aus dem Auto
Gehen an lockerer Leine und enges Gehen (Fuß gehen)
Sitz, Platz und Steh
Bleib (ohne Leine) gebunden an einen Positionsbefehl (2 – 3 min.)
Korrekturwort
Kommen auf Ruf
Praktischer Umgang mit dem Hund (Kontrolle von Ohren, Zähnen und Pfoten,
Anlegen eines Maulkorbes oder einer Maulschlaufe, Wegnehmen eines
Spielzeuges oder Futter)

Teil 2

Kommandos siehe Teil 1 ohne Aussteigen aus dem Auto
Begegnung mit einem fremden Hund
Begeg. mit Personen die ein ungewöhnl. Aussehen haben
Begeg. mit Personen die in schneller Fortbewegung sind (Jogger, Radler)
Hindurchgehen durch eine Menschengruppe
eine fremde Person versucht freundlich/aufdringlich Kontakt
mit dem Hund aufzunehmen
eine fremde Person begrüßt den Hundehalter mit Handschlag
ein anderer Hundehalter beginnt mit seinem Hund ein Gespräch

Teil 3

Kommandos siehe Teil 1 ohne Bleib-Übung und Abrufen
Fahrstuhlfahren mit fremden Personen
Begegnung mit einer fremden Person auf einem engen Weg
Aufsuchen eines Cafes/Restaurants mit kurzem Platznehmen am Tisch
Aufsuchen eines Geschäfts
Fahren mit Bus oder Bahn
Entlanggehen an einer stark befahrenen Straße
Halter und Hund werden von einem Passanten geschnitten

Beurteilt wird in allen Situationen das Verhalten Hund – Mensch und das
Zusammenspiel des Teams. Der Halter sollte seinen freilaufenden Hund in
Begegnungssituationen angemessen unter Kontrolle halten, um eine
Belästigung oder Gefährdung ausschließen zu können. In Teil 2 und 3 soll der
Halter die geforderten Signale selbständig und situationsgerecht von seinem
Hund verlangen.

Nicht bestanden ist die Prüfung wenn:
  • der Hund den Halter, Prüfer oder andere Menschen angreift
  • während der gesamten Prüfung 2 der Gehorsamsübungen überhaupt nicht oder
    nur mangelhaft durchführt (ständige Wiederholung
  • und/oder ständige Einwirkung des Hundeführers nötig)
  • der Hund sich in einer Situation minutenlang nicht mehr kontrollieren lässt
  • der Hund Menschen wiederholt massiv belästigt und/ oder
    bedroht oder angreift
  • der Halter sich unangemessen seinem Hund, anderen Menschen oder
    anderen Hunden gegenüber verhält
  • der Halter seinen Hund nicht unter Kontrolle hat